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Aktuelle Veranstaltungen

Sonntag, den 9. Februar 2020, 15:00 Uhr
Gedenkstätte Israelitische Töchterschule, Aula im 3. Stock
Karolinenstraße 35 (U Messehallen)

 

Black Honey (Uri Barbash, Israel 2018): ein Film über Leben und Schaffen von Avrom Sutzkever anlässlich seines 10. Todestages

Filmvorführung mit Einführung von Arndt Beck

Avrom Sutzkever (1913-2010) ist zweifellos einer der größten Dichter des 20. Jahrhunderts. In den 70 Jahren seines Schaffens hat er mehr als 25 Bände vor allem mit Gedichten, aber auch kürzeren Prosatexten veröffentlicht. Seine Dichtung ist das Amalgam zweier Extreme der Dichtung des 20. Jahrhunderts - selbstbezogene, introspektive, poetische Sprache - wie etwa bei Mandelstam oder Rilke - und politisches, gesellschaftliches Engagement, scharfe Anklage - wie etwa im Werk von Brecht. Ein Werk, das überzeugt, weil es durch die Ereignisse von Sutzkevers eigener Biografie abgedeckt ist. (Sutzkever überlebte das Vilnaer Ghetto und ist danach als Zeuge bei den Nürnbergern Prozessen aufgetreten.)

Arndt Beck, geboren 1973, arbeitet seit vielen Jahren als freier Künstler in so unterschiedlichen Disziplinen wie Fotografie, Zeichnung und Text. Er befasst sich intensiv mit jiddischer Sprache und Kultur, und hat zahlreiche Vorträge und Programme dazu verfasst und aufgeführt. 2020 erscheint seine Übertragung der Tagebuchnotizen (sowie einiger Gedichte) zu Sutzkevers Deutschlandreise als Buch.

 

Sonntag, den 22. März 2020, 14:00 Uhr
Gedenkstätte Israelitische Töchterschule, Aula im 3. Stock
Karolinenstraße 35 (U Messehallen)

 

Mangers Gedichte nah gelesen / Itzik Manger in Czernowitz

Seminar und Vortrag von und mit Prof. Efrat Gal-Ed

1. Seminar: Itzik Mangers Gedichte verschränken das Lokale (Jiddische) mit dem Europäischen, verbinden neoromantische und modernistische Traditionen mit denen der jiddischen Folklore. Im Seminar wird eine kleine Gedichtauswahl auf Jiddisch und in deutscher Übersetzung gelesen und Mangers poetisches Verfahren erörtert.

2. Vortrag: Itzik Manger wurde 1901 in Czernowitz geboren, damals noch Hauptstadt der k.u.k. Provinz Bukowina. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs flüchtete die Familie nach Jassy. Der junge Dichter hielt sich aber seit 1919 in seiner Geburtsstadt immer wieder auf und trug wesentlich zum Aufbau der jiddischen Kultur dort bei.

Prof. Dr. Efrat Gal-Ed, Autorin von „Niemandssprache. Itzik Manger – ein europäischer Dichter“, Jüdischer Verlag im Suhrkamp-Verlag 2016, lehrt und forscht am Institut für Jüdische Studien an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

 

Sonntag, den 26. April 2020, 13:30 Uhr
Gedenkstätte Israelitische Töchterschule, Aula im 3. Stock
Karolinenstraße 35 (U Messehallen)

 

Der Bund und die nationale Frage

Seminar und Vortrag von und mit Dr. Lilian Türk

Der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund in Litauen, Polen und Russland (kurz “Bund”) war eine der größten Organisationen der jüdischen Arbeiter*innenbewegung in Osteuropa bis Mitte der 1930er Jahre. Im Seminar widmen wir uns den Texten des Bund, in denen Nationalismus und Internationalismus aus partikular jüdischer und international-sozialistischer Perspektive diskutiert werden. Wir lesen Auszüge aus Beiträgen von Vladimir Medem, Viktor Alter, Henryk Erlich, Bernard Goldshteyn und Josef Chmurner zur Nationalitätenpolitik der Sowjetunion, zum Verhältnis zu Religion und zu den jüdischen Gemeinden, zu Zionismus und zum Antisemitismus. Wir werden diskutieren, welche Antworten diese Vertreter des Bund auf Fragen geben könnten, die sich uns nun, in einer Zeit der Rückkehr zum nationalstaatlichen Denken stellen.

Die Judaistin Dr. Lilian Türk ist im Wintersemester 2019/20 Lehrbeauftragte am Institut für Missions-, Ökumene- und Religionswissenschaften der Universität Hamburg. Sie führte einen neuen Masterstudiengang "Jüdische Philosophie und Religion” ein, und war federführend in der Eröffnung der erweiterten Salomo-Birnbaum-Bibliothek anlässlich des 100. Jubiläums der Universität Hamburg. Ihre Forschungen zum jüdischen religiösen Anarchismus in der Zeit 1900 bis 1965 veröffentlichte sie u.a. in: „Epikur und die Religion. Über die religiöse Renaissance des jüdischen Anarchismus“, Berlin: Peter Lang, 2018.