
Während der Führung wird Dr. Rahe gemeinsam mit den Teilnehmenden das Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers begehen. Durch den Einsatz historischer Quellen, Karten und Biografien sowie einem Besuch der Dauerausstellung erhalten die Teilnehmenden einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Ortes.
Die Führung stellt die lokale Geschichte Bergen-Belsens in den Zusammenhang der allgemeinen Geschichte der NS-Zeit. Thematisiert werden die NS-Verfolgungspolitik, das Lagersystem, das Konzept der sogenannten „Volksgemeinschaft“, der Zweite Weltkrieg sowie der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Leben der Überlebenden nach der Befreiung und ihrer Zeit im nahegelegenen Displaced Persons Camp. Ebenso wird die Geschichte der Gedenkstätte und der gesellschaftspolitische Umgang mit diesem Erinnerungsort behandelt.
Zeitplan:
09:00 Abfahrt Hamburg Hauptbahnhof, Hachmannplatz 11:00 geplante Ankunft Bergen-Belsen Gedenkstätte, Anne-Frank-Platz, Lohheide 11:15 – 14:30 Durchgang durch die Dauerausstellung, anschließend Führung über das ehemalige Lagergelände durch Dr. Rahe 14:30 Mittagessen im Museums-Café 17:00 Rückfahrt nach Hamburg 19:00 geplante Ankunft Hamburg Hauptbahnhof, Hachmannplatz
Dr. Thomas Rahe: Historiker mit dem Spezialgebiet jüdische Geschichte; von 1987 bis 2023 wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Seit 1986 hat Thomas Rahe zahlreiche Schriften „zur jüdischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung“ veröffentlicht.
nach seinem Vortrag bei uns am 3.5.2026 zum jiddischen Kulturschaffen im DP-Lager Bergen-Belsen:
Das jüdische DP-Camp Bergen-Belsen - in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen KZ Bergen-Belsen gelegen - war seit 1946 das größte Camp für jüdische „Displaced Persons“ im Nachkriegsdeutschland. Es existierte bis 1950, da es den jüdischen DP's zunächst an Auswanderungsmöglichkeiten fehlte. Die große Mehrzahl seiner bis zu 12000 Bewohner stammte aus osteuropäischen Ländern und hatte Jiddisch als Muttersprache. Das Leben im DP-Camp war u.a. von einer Wiederbelebung der jiddischsprachigen Kultur des osteuropäischen Judentums geprägt, dessen Wurzeln die Shoah zerstört hatte. Der Vortrag skizziert dieses jiddische Kulturleben sowie seine sozialen und politischen Rahmenbedingungen.